LTE als Festnetzersatz
Das Potenzial des neuen Mobilfunkstandards LTE scheint nahezu grenzenlos zu sein. Bereits die erste Version ermöglicht zumindest theoretisch Downloads mit bis zu 170 MBit pro Sekunde, wenngleich die praktischen Implementierungen zunächst deutlich bescheidener dimensioniert werden. Unter Laborbedingungen wurden schon Geschwindigkeiten von mehr als 1GB pro Sekunde erreicht, noch höhere Datenübertragungsraten sind in Zukunft durchaus denkbar.
LTE als DSL-Ersatz
LTE ist als Festnetzersatz deutlich besser geeignet als der Vorgänger UMTS. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst sind die erreichbaren Geschwindigkeiten deutlich höher als bei einem UMTS Surfstick, was selbst mit dem Downloadbeschleuniger HSDPA keine DSL-Dimensionen erreichen kann. Des Weiteren wird mit LTE endlich das leidige Problem der großen Latenzzeit mobiler Internetzugänge gelöst. Die Latenzzeit gibt an, wie lange ein Webserver benötigt, um auf eine Anfrage eines Clients zu reagieren. Dies war die Achillesverse von UMTS, weswegen beispielsweise schnelle Computerspiele kaum via UMTS gespielt werden können. LTE schafft auch hier Abhilfe und erreicht ähnliche Latenzzeiten wie DSL. Ein weiterer Vorteil von LTE besteht in der Möglichkeit, die Reichweite der Basisstationen durch so genannte Relaisstationen zu vergrößern. Dabei handelt es sich um preiswerte Verstärker, die das Signal zwischen Basisstation und einem weiter entfernten Endgerät auffrischen. Damit kann eine lückenlose Flächenabdeckung mit erheblich weniger Basisstationen als bei UMTS erreicht werden.
Kyritz als typisches Pilotprojekt
Es gibt mindestens zwei gute Gründe, warum die Netzbetreiber LTE zunächst primär als Festnetzersatz einsetzen wollen und eine Nutzung als Mobilfunknetz erst später geplant ist: Erstens verpflichten die Bedingungen der kürzlich beendeten Versteigerung der erforderlichen Funkfrequenzen sie dazu, zunächst bislang breitbandtechnisch unversorgte Regionen zu erschließen, und zweitens fehlt es einfach noch an mobilen Endgeräten. Bei dem von T-Mobile in Kyritz gestarteten LTE-Pilotprojekt ist eine mobile Nutzung sogar technisch unmöglich, da keine Übergabe zwischen den Sendemasten erfolgt. Theoretisch kann sich der Empfänger im Sendebereich eines Mastes bewegen, beim Übergang in die nächste Mobilfunkzelle bricht die Verbindung ab. Aber immerhin werden auf diese Weise in Kyritz schon bald Breitband-Festnetzanschlüsse verfügbar sein. Angestrebt werden in ländlichen Regionen garantierte Bandbreiten von 2 MBit pro Sekunde.
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